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Kriton
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Der Kriton (altgriechisch ÎÏÎŻÏÏΜ KrĂtĆn) ist ein in Dialogform verfasstes Werk des griechischen Philosophen Platon. Den Inhalt bildet ein fiktives, literarisch gestaltetes GesprĂ€ch. Platons Lehrer Sokrates diskutiert mit seinem Freund und SchĂŒler Kriton, nach dem der Dialog benannt ist.
Sokrates ist wegen Asebie (Gottlosigkeit) und VerfĂŒhrung der Jugend zum Tode verurteilt worden. Er befindet sich im GefĂ€ngnis, wo er auf seine bald bevorstehende Hinrichtung wartet. Kriton besucht ihn, um ihn zur Flucht zu bewegen. Sokrates lehnt jedoch den Vorschlag ab. Er erlĂ€utert seine Entscheidung ausfĂŒhrlich. Sie beruht auf den philosophischen GrundsĂ€tzen, zu denen er sich bekennt: Konventionelle Ansichten sind belanglos, maĂgeblich ist nur die Vernunft, die Richtschnur hat unter allen UmstĂ€nden die Gerechtigkeit zu sein. Man darf Unrecht nicht mit Unrecht vergelten und generell nichts Schlechtes tun; Verpflichtungen sind einzuhalten. Diese Prinzipien sind wichtiger als die Rettung des Lebens. Auch einem ungerechten Gerichtsurteil darf sich ein BĂŒrger nicht entziehen, da er sonst die GĂŒltigkeit der Gesetze und damit die Grundlage des geordneten Zusammenlebens im Staat verneinen wĂŒrde, was ein Unrecht wĂ€re. Es wĂ€re ein VerstoĂ gegen die LoyalitĂ€tspflicht des BĂŒrgers gegenĂŒber der staatlichen Gemeinschaft. Kriton kann auf die Argumente des Sokrates nichts erwidern.
In der altertumswissenschaftlichen Forschung, aber auch in modernen philosophischen Debatten wird der im Kriton thematisierte unbedingte Gesetzesgehorsam kontrovers diskutiert. Im philosophischen Diskurs geht es dabei um den Gewissenskonflikt, der entsteht, wenn eine gĂŒltige Rechtsnorm zu einem Verhalten zwingt, das aus der Sicht eines Betroffenen ein offenkundiges schweres Unrecht darstellt. In der philosophiegeschichtlichen Forschung wird die Frage, ob der Kriton als PlĂ€doyer fĂŒr bedingungslosen Gehorsam zu verstehen ist, unterschiedlich beantwortet; âautoritĂ€reâ Deutungsmodelle konkurrieren mit âliberalenâ. Ăber die Stichhaltigkeit der Argumentation im Dialog gehen die Meinungen auseinander.
Contents
âą Inhalt
âą Rezeption
âą FrĂŒhe Neuzeit
âą Moderne
âą Literatur
âą Weblinks
âą Anmerkungen
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Ort, Zeit und Teilnehmer
Das GesprĂ€ch, dessen literarische Darstellung möglicherweise auf einer historischen Begebenheit fuĂt, findet 399 v. Chr. im GefĂ€ngnis von Athen statt. Dort ist Sokrates in Haft, seit vor rund vier Wochen das Todesurteil gegen ihn verhĂ€ngt wurde. Die Hinrichtung wird fĂŒr den nĂ€chsten oder ĂŒbernĂ€chsten Tag erwartet. Der Ort des GefĂ€ngnisses kann nicht sicher bestimmt werden. Es befand sich wohl in der NĂ€he des Gerichtshofs Heliaia, nach Grabungsergebnissen vermutlich etwa 100 Meter sĂŒdwestlich dieses GebĂ€udes, knapp auĂerhalb des GelĂ€ndes der Agora.cite-ref-1[1]
Platon zeichnet von seinem verehrten Lehrer Sokrates ein lebensnah wirkendes Bild. Da es sich aber um ein literarisches Werk handelt, ist stets zu beachten, dass die Ansichten und Argumente, die Platon seiner Dialogfigur in den Mund legt, nicht mit denen des historischen Sokrates identisch sein mĂŒssen.cite-ref-2[2]
Der einzige GesprĂ€chspartner des Philosophen, sein Freund und Altersgenosse Kriton, war eine historische Gestalt. Er war ein wohlhabender Athener, der wie Sokrates aus dem Demos Alopeke stammte. Als Sokrates angeklagt wurde, bot Kriton vergeblich an, sich bei VerhĂ€ngung einer Geldstrafe fĂŒr deren Zahlung zu verbĂŒrgen.cite-ref-3[3] Nach dem Todesurteil war er bereit, beim Gericht dafĂŒr BĂŒrgschaft zu ĂŒbernehmen, dass Sokrates nicht fliehen wĂŒrde. Damit wollte er seinem Freund den GefĂ€ngnisaufenthalt ersparen, doch wurde auch dieser Vorschlag abgelehnt.cite-ref-4[4] Sowohl beim Prozess als auch bei der Hinrichtung war Kriton unter den Anwesenden.cite-ref-5[5]
Platon lĂ€sst Kriton auch in anderen Dialogen â im Euthydemos und im Phaidon â auftreten. Dabei fĂ€llt auf, dass Kriton als konventionell denkender Athener der Philosophie des Sokrates, den er persönlich sehr schĂ€tzt, trotz aufrichtigen BemĂŒhens bis zuletzt fremd gegenĂŒbersteht.cite-ref-6[6]
Inhalt
Der Vorschlag und die Argumente Kritons
Kriton hat sich schon sehr frĂŒh zum GefĂ€ngnis begeben, lange vor Tagesanbruch und vor dem Beginn der regulĂ€ren Besuchszeit. Mit besonderer Genehmigung des GefĂ€ngniswĂ€rterscite-ref-7[7] ist er eingetreten; schweigend hat er sich neben den schlafenden Philosophen gesetzt. Inzwischen hat die MorgendĂ€mmerung eingesetzt, Sokrates ist erwacht und zeigt sich verwundert, den Freund so frĂŒh zu sehen. Kriton erklĂ€rt, dass er ihn nicht vorzeitig wecken wollte. Er Ă€uĂert sein Staunen ĂŒber die Leichtigkeit, mit der Sokrates sein Schicksal auf sich nimmt. Dieser weist darauf hin, dass es in seinem Alter â er ist siebzigjĂ€hrig â unangebracht wĂ€re, ĂŒber den ohnehin nahenden Tod unwillig zu sein.cite-ref-8[8]
Der Anlass fĂŒr das frĂŒhe Kommen des Besuchers ist die bevorstehende Hinrichtung des HĂ€ftlings. Kriton erwartet sie fĂŒr den folgenden Tag, Sokrates fĂŒr den ĂŒbernĂ€chsten. FĂŒr Kriton, der seinen Freund ĂŒberreden will, in der kommenden Nacht zu fliehen, drĂ€ngt daher die Zeit. Er hat bereits einen Fluchtplan entworfen und will das Vorhaben durch Bestechung der GefĂ€ngniswĂ€rter bewerkstelligen. Dabei geht er davon aus, dass sein Vermögen ausreichen wird; sollte dies jedoch nicht der Fall sein, sind viele weitere Freunde gewillt, fĂŒr die Bereitstellung der benötigten Summe zu sorgen. Dank dieser breiten Hilfsbereitschaft ist es, wie Kriton versichert, nicht erforderlich, dass sich ein Einzelner finanziell ruiniert. In Thessalien hat Kriton Freunde, die Sokrates schĂ€tzen und die ihn gerne aufnehmen und seine Sicherheit gewĂ€hrleisten.cite-ref-9[9]
Kriton fĂŒrchtet einen Freund zu verlieren, wie er nie wieder einen finden wird. Mit mehreren Argumenten versucht er Sokrates zu ĂŒberzeugen. Er hĂ€lt es fĂŒr die Pflicht der Freunde, in einer solchen Lage ihren Besitz zu opfern; daher könne Sokrates das Angebot ohne Bedenken annehmen. Im Fall der Hinrichtung befĂŒrchtet Kriton ĂŒble Nachrede; er meint, man werde dann die Freunde des Philosophen beschuldigen, sie hĂ€tten es aus Geiz und Feigheit versĂ€umt ihn zu retten. Solchen VorwĂŒrfen möchte sich Kriton nicht aussetzen. Ăberdies findet er es ungerecht, dass Sokrates, wenn er in den Tod geht, den Willen seiner Feinde erfĂŒllt. Des Weiteren bringt Kriton vor, ein Vater trage Verantwortung fĂŒr seine noch jungen Kinder. Wer wie Sokrates Kinder gezeugt habe, mĂŒsse sich um ihre Erziehung kĂŒmmern und dĂŒrfe sie nicht im Stich lassen und dem Schicksal von Waisen ĂŒberlassen.cite-ref-10[10]
Die theoretischen Voraussetzungen der Argumentation des Sokrates
Nachdem Kriton seinen Vorschlag dargelegt, erlĂ€utert und begrĂŒndet hat, geht Sokrates ausfĂŒhrlich darauf ein. Er will ergebnisoffen diskutieren und bittet Kriton, EinwĂ€nde gegebenenfalls zu Ă€uĂern.cite-ref-11[11] Kriton bringt aber gegen die folgenden AusfĂŒhrungen nichts vor, denn die Argumentation seines Freundes erscheint ihm schlĂŒssig. Er hört nur noch zu und Ă€uĂert seine Zustimmung zu den einzelnen GedankengĂ€ngen oder sagt, dass er etwas nicht verstanden hat.
ZunĂ€chst erinnert Sokrates an den Grundsatz, dass nur objektives, rationales AbwĂ€gen eine Entscheidung bestimmen darf. Wenn subjektive BefĂŒrchtungen oder BedĂŒrfnisse dem fĂŒr richtig Befundenen entgegenstehen, darf ihnen kein Einfluss eingerĂ€umt werden, anderenfalls ist man nicht mit den eigenen Prinzipien im Einklang. Belanglos ist auch der Umstand, dass manche Meinungen weit verbreitet sind, denn wichtig ist nicht die Anzahl, sondern nur die Kompetenz der Vertreter einer Auffassung. Die Meinungen der unwissenden Menge zĂ€hlen nicht.cite-ref-12[12]
Wer seinen Körper aus Inkompetenz falsch behandelt hat und damit seine Gesundheit zerrĂŒttet hat, dem erscheint das Weiterleben nicht mehr lohnend. Es gibt aber auch eine andere Art von ZerrĂŒttung. Sie betrifft dasjenige im Menschen â âwas es auch sein magâ â, worauf sich Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit beziehen. Mit dieser Umschreibung meint Sokrates die unsterbliche Seele. Sie wird nach seiner Ăberzeugung durch unrechtes Handeln geschĂ€digt. Nach einer solchen ZerrĂŒttung ist das Leben fĂŒr den Philosophen nicht mehr lebenswert. Da die Seele weitaus edler und wichtiger ist als der Körper, ist ihre SchĂ€digung viel schlimmer als eine körperliche BeeintrĂ€chtigung und auch schlimmer als der Tod. Nicht das Leben an sich ist erstrebenswert, sondern nur ein gutes Leben. Gut leben bedeutet tugendhaft leben, also stets gerecht sein. Dem stimmt Kriton zu. Somit ist die Frage, ob eine Flucht aus dem GefĂ€ngnis fĂŒr einen zu Unrecht Verurteilten angebracht ist, nur unter dem Aspekt der Gerechtigkeit zu untersuchen und zu klĂ€ren.cite-ref-13[13]
Kritons Ăberlegungen zum finanziellen Aspekt, zu einer möglichen RufschĂ€digung und zur Erziehung der Kinder nimmt Sokrates nicht ernst. Derartige Gesichtspunkte sind fĂŒr ihn belanglos. Er vergleicht solche BeweggrĂŒnde mit den Impulsen der vernunftlosen Leute, die jemand leichtsinnig zum Tode verurteilen und spĂ€ter ihre Tat gern wieder rĂŒckgĂ€ngig machen wĂŒrden, wenn das möglich wĂ€re.cite-ref-14[14]
Sokrates erinnert seinen Freund an ihre gemeinsamen Ăberzeugungen, auf die sie sich vor langem verstĂ€ndigt haben und zu denen sie sich seither immer bekannt haben. Es wĂ€re abwegig, diese durchdachten GrundsĂ€tze nun in fortgeschrittenem Alter einfach fallen zu lassen, als wĂ€ren es nur kindische EinfĂ€lle gewesen. Den Ausgangspunkt bildet die Ăberzeugung, dass es ausnahmslos unter allen UmstĂ€nden prinzipiell falsch ist, etwas Unrechtes zu tun. Unter Unrecht versteht Sokrates alles, was jemanden schĂ€digt. Das SchĂ€digen hĂ€lt er auch dann fĂŒr absolut unzulĂ€ssig, wenn es sich um Vergeltung fĂŒr ein Unrecht handelt, das man selbst erlitten hat, beispielsweise das Beleidigen eines Beleidigers. Ein weiteres Prinzip lautet, dass eine Verpflichtung zu etwas Gerechtem, die man eingegangen ist, unbedingt einzuhalten ist. Kriton bekrĂ€ftigt sein frĂŒheres Bekenntnis zu diesen GrundsĂ€tzen.cite-ref-15[15]
Die Anwendung der Theorie auf den aktuellen Fall
Wie Sokrates anschlieĂend darlegt, ist nun die Frage zu untersuchen, ob er mit einer Flucht jemand schĂ€digen oder eine gerechte Verpflichtung missachten wĂŒrde. Hierzu trĂ€gt er das vor, was nach seiner Auffassung die Gesetze sagen wĂŒrden, wenn sie reden und ihren Geltungsanspruch begrĂŒnden könnten. Er lĂ€sst die personifizierten Gesetze das Wort ergreifen und die Position des Staates vertreten, wie es ein Redner tĂ€te, der die Gesetzlichkeit zu verteidigen hĂ€tte.cite-ref-16[16]
Die Gesetze wĂŒrden geltend machen, dass ohne Respektierung ihrer Vorschriften die staatliche Gemeinschaft nicht bestehen könne. Sie wĂŒrden einen in Kritons Sinn handelnden Sokrates fragen, ob er den Staat zugrunde richten wolle, indem er sich und damit jedem BĂŒrger die Berechtigung zubillige, nach seinem persönlichen Ermessen rechtskrĂ€ftige Gerichtsurteile zu missachten.cite-ref-17[17]
Darauf könnte Kriton â oder Sokrates, wenn er Kriton zustimmte â erwidern, er widersetze sich nicht dem gesamten Gesetzwesen, sondern nur einem Unrechtsurteil. Dann wĂ€re aber an ihn die Frage zu richten, was er denn seiner Heimatstadt vorzuwerfen habe, deren Rechtswesen er mit seinem Verhalten untergrabe. Sokrates mĂŒsste, wenn er sich so verhielte, an die Grundlage seiner Existenz erinnert werden: Ihm wĂ€re dann entgegenzuhalten, dass das Bestehen der staatlichen Ordnung die Voraussetzung dafĂŒr gewesen sei, dass sein Vater seine Mutter heiraten konnte. Dank dieser Ordnung sei er geboren worden, in ihrem Rahmen sei er gut erzogen worden. Den Gesetzen verdanke er wie jeder Athener alles Gute, was eine gesetzliche Ordnung den StaatsbĂŒrgern verschaffen könne. Daher sei das Vaterland mit seinen Gesetzen fĂŒr ihn gleichsam ein Vater und habe noch mehr als ein Vater Anspruch auf seine Ehrerbietung und LoyalitĂ€t. Wer die VerhĂ€ltnisse und Gesetze in Athen missbillige, der könne mit seinem gesamten Besitz auswandern. Wer aber bleibe, der schlieĂe damit implizit eine Vereinbarung mit dem Staat, durch die er sich zur Gesetzestreue verpflichte. Wenn er etwas im Justizwesen fĂŒr verfehlt halte, sei es ihm anheimgestellt, die Ungerechtigkeit argumentativ aufzuzeigen; falls er dazu nicht in der Lage sei, habe er das geltende Recht zu respektieren. Dies gelte fĂŒr Sokrates ganz besonders, denn er habe sein ganzes Leben in Athen verbracht und diesen Ort jedem anderen vorgezogen, sogar den Staaten, die er zu rĂŒhmen pflegte. Auch durch seine FamiliengrĂŒndung in seiner Heimatstadt habe er sein EinverstĂ€ndnis mit den athenischen LebensverhĂ€ltnissen demonstriert. AuĂerdem habe er in seinem Prozess die Verbannung als mögliche Alternative zur Hinrichtung abgelehnt und ihr den Tod ausdrĂŒcklich vorgezogen.cite-ref-18[18] Wenn er gewollt hĂ€tte, hĂ€tte er sich noch wĂ€hrend des Prozesses fĂŒr das Exil entscheiden und dann Athen auf legalem Weg verlassen können. Ein nachtrĂ€glicher Versuch, eine freie und verbindliche Entscheidung einseitig rĂŒckgĂ€ngig zu machen, sei schĂ€ndlich.cite-ref-19[19]
Ferner fĂŒhren die Gesetze gegen Kritons Meinung an, dass Sokrates, wenn er das Angebot annĂ€hme, mit der Flucht seine Helfer der Gefahr aussetzen wĂŒrde, ebenfalls fliehen zu mĂŒssen oder ihr Vermögen einzubĂŒĂen. Hinzu komme, dass er als flĂŒchtiger Gesetzesbrecher in einem gut eingerichteten Staat den Gutgesinnten suspekt wĂ€re, denn man wĂŒrde ihn verdĂ€chtigen, auch dort die Gesetze zu missachten. Er mĂŒsste also mit einer Gegend wie Thessalien vorliebnehmen, wo Unordnung und ZĂŒgellosigkeit herrschten. Dort könnte er mit der Geschichte von seinem jĂ€mmerlichen Entweichen Heiterkeit erregen. Als Philosoph, der seinen GrundsĂ€tzen untreu geworden ist, wĂ€re er aber so diskreditiert, dass er seinen bisherigen Lebensinhalt, den philosophischen Dialog, aufgeben mĂŒsste. Dann bestĂŒnde sein Lebenssinn nur noch im Essen. Seine Kinder mĂŒsste er, wenn er sie nicht im Stich lassen wollte, nach Thessalien mitnehmen, wo sie heimatlos wĂ€ren. Wenn er sie hingegen in Athen zurĂŒcklieĂe, wĂ€re zwar ihre gute Erziehung durch die Freunde gewĂ€hrleistet, doch wĂ€re sein Ăberleben ihnen dann zu nichts nĂŒtze.cite-ref-20[20]
AbschlieĂend tragen die Gesetze eine eindringliche Mahnung vor: Wenn Sokrates nun stirbt, scheidet er aus dem Leben als einer, dem von den Menschen â nicht von den Gesetzen â Unrecht geschehen ist. Flieht er aber, so wird er seinerseits zum UnrechttĂ€ter gegen sich selbst, gegen seine Freunde, sein Vaterland und die Gesetze. Dann erwartet ihn als ĂbeltĂ€ter auch im Hades, dem Totenreich, Schlimmes.cite-ref-21[21]
Nachdem Sokrates das imaginĂ€re PlĂ€doyer der Gesetze beendet hat, bekennt er, davon selbst so ergriffen zu sein wie ein vom Klang der Flötenmusik berauschter KulttĂ€nzer, ein Korybant. Dennoch fordert er Kriton auf, allfĂ€llige Gegenargumente zu Ă€uĂern. Kriton weiĂ aber nichts einzuwenden, und Sokrates beendet das GesprĂ€ch mit dem Hinweis auf die göttliche Lenkung, der er sich anvertrauen will.cite-ref-22[22]
Philosophische Bilanz
Ein zentraler Aspekt des Kriton ist die Betonung der Vernunft, die das einzige Kriterium fĂŒr alle ethischen Entscheidungen liefern soll. Sokrates geht in diesem Dialog zuversichtlicher als in anderen Werken Platons von der objektiven Richtigkeit des Wissens aus, das dem Sachkundigen von der Vernunft vermittelt wird. Er nimmt also hier erkenntnistheoretisch eine relativ optimistische Haltung ein.cite-ref-23[23]
Ăber die ethischen und staatsphilosophischen Konsequenzen aus der Argumentation der personifizierten Gesetze bestehen in der Forschung erhebliche Meinungsverschiedenheiten. Schwierige Probleme, die sich in diesem Zusammenhang ergeben, werden im Dialog nicht geklĂ€rt, denn dessen Thema ist nur die Frage, wie Sokrates sich verhalten soll; es geht hier nicht um eine umfassende KlĂ€rung möglicher Konflikte im Spannungsfeld zwischen gesetzlichen Vorschriften und persönlichen ethischen Normen.
Die Vertragstheorie
AuffĂ€llig ist die unerbittliche Konsequenz, mit der die personifizierten Gesetze im Kriton die Gesetzestreue verteidigen. Sie kontrastiert mit der scharfen Kritik, die Platon sonst am athenischen Staat und dessen Institutionen ĂŒbt. Zur BegrĂŒndung der LoyalitĂ€tsforderung dient vor allem eine Vertragstheorie: ein Konzept, dem zufolge die LoyalitĂ€tspflicht der BĂŒrger auf einer Ăbereinkunft zwischen ihnen und dem Staat basiert. Eine StĂŒtze findet die Vertragstheorie im damaligen VerstĂ€ndnis der StaatsbĂŒrgerschaft. Das athenische BĂŒrgerrecht wurde nicht bei der Geburt oder beim Erreichen des VolljĂ€hrigkeitsalters automatisch erworben, sondern die Nachkommen von StadtbĂŒrgern mussten, um die BĂŒrgerrechte zu erhalten, einen Antrag stellen und sich einer âPrĂŒfungâ (dokimasĂa) unterziehen. Der Inhalt der âPrĂŒfungâ ist nicht bekannt, vielleicht beschrĂ€nkte sie sich auf die Feststellung der Abstammung.cite-ref-24[24] Dieses Verfahren des Erwerbs der StaatsbĂŒrgerschaft wird im Dialog erwĂ€hnt.cite-ref-25[25] Aus dem Willensakt, mit dem man sich hierfĂŒr entschied, lieĂ sich ein vertragsĂ€hnliches VerhĂ€ltnis des BĂŒrgers zum Staat ableiten.cite-ref-26[26]
Ăberzeugen oder gehorchen
Zu den kontrovers diskutierten Fragen gehört die Auslegung der von den Gesetzen vertretenen âpersuade-or-obey doctrineâ. Dabei handelt es sich um den Grundsatz, dass der BĂŒrger, der ein Urteil oder eine Vorschrift fĂŒr ungerecht hĂ€lt, dennoch gehorchen muss, wenn es ihm nicht gelingt, die zustĂ€ndige Instanz von der Ungerechtigkeit zu ĂŒberzeugen und so auf legalem Weg eine Ănderung herbeizufĂŒhren. Wer keine dieser beiden Alternativen wĂ€hlt, dem bleibt nach dem EthikverstĂ€ndnis der Gesetze nur die Auswanderung. Das hat allerdings die problematische Konsequenz, dass das Inkrafttreten eines einzigen ungerechten Gesetzes alle anstĂ€ndigen BĂŒrger zwingt, aus GewissensgrĂŒnden ins Exil zu gehen.cite-ref-27[27]
Obwohl Sokrates das Exil grundsĂ€tzlich ablehnte, fand sich fĂŒr ihn persönlich eine ethisch vertretbare Lösung, da er durch das Gerichtsurteil nicht zum Begehen, sondern nur zum Erleiden eines Unrechts verpflichtet war, was nach Platons EthikverstĂ€ndnis weniger schlimm und nötigenfalls hinnehmbar ist. Die Frage, wie man sich zu verhalten hat, wenn der Staat aktive Beteiligung an einem Unrecht fordert und Auswanderung nicht möglich ist, wird im Kriton nicht erörtert. Aus dem Gesamtzusammenhang von Platons Ethik ergibt sich jedoch, dass fĂŒr ihn in diesem Fall die Vermeidung des Unrechts zweifellos Vorrang hat.cite-ref-28[28]
Mit der grundsĂ€tzlichen Problematik der Alternative âĂŒberzeugen oder gehorchenâ hĂ€ngt die in der neueren Forschung kontrovers diskutierte Frage zusammen, wie âautoritĂ€râ oder âliberalâ man sich das staatsrechtliche Denken des platonischen Sokrates vorzustellen hat. Strittig ist insbesondere, inwieweit sich der von Platon dargestellte Sokrates mit den einzelnen Argumenten, die er von den Gesetzen vortragen lĂ€sst, und deren weitreichenden Konsequenzen identifiziert. Die Problematik der âautoritĂ€renâ Interpretation, der zufolge er auf ausnahmsloser Gesetzestreue beharrt, tritt dort zutage, wo diese Position mit seinem Gebot, unter keinen UmstĂ€nden jemals ein Unrecht zu begehen, in Konflikt gerĂ€t. Ein solcher Konflikt entsteht, sobald ein BĂŒrger durch eine Rechtsnorm zum Unrechthandeln gezwungen wird und es ihm nicht möglich ist, mit Argumenten eine Ănderung zu erwirken.
Zur Behebung dieses Problems plĂ€dieren manche Forscher fĂŒr eine âliberaleâ Auslegung der Stellungnahme, die Sokrates den personifizierten Gesetzen in den Mund legt. Nach diesem VerstĂ€ndnis ist die dort erhobene Forderung nach Gesetzestreue nicht absolut bedingungslos, sondern hat bestimmte Voraussetzungen, bei deren Wegfall sie hinfĂ€llig wĂŒrde. Andere Interpretationen gehen davon aus, dass Sokrates die Gesetze zwar âautoritĂ€râ argumentieren lĂ€sst, selbst jedoch wesentlich âliberalerâ denkt.
âAutoritĂ€reâ und âliberaleâ Deutungsmodelle
Eine âliberaleâ Auslegung der AusfĂŒhrungen der Gesetze schlĂ€gt Sandrine Berges vor. Sie geht von der Ăberlegung aus, dass die Ăbereinkunft zwischen der staatlichen Gemeinschaft und dem Individuum eine gegenseitige Verpflichtung beinhaltet. Die Gesetzgebung verschafft â wie die Gesetze im Dialog betonen â dem StaatsbĂŒrger seine Existenzgrundlage und ein fĂŒr sein Gedeihen förderliches Umfeld und er hĂ€lt sich dafĂŒr loyal an die Gesetze. Gedeihen bedeutet im Sinne des Sokrates Charakterbildung, das heiĂt Erwerb der Tugendhaftigkeit als Voraussetzung zu einem guten Leben. In diesem Sinne ist die Analogie zum VerhĂ€ltnis zwischen Eltern und Kind zu verstehen: Die Eltern erziehen das Kind zu einem guten Menschen und können dafĂŒr dessen Gehorsam erwarten, die Gesetze fördern die Tugendhaftigkeit der BĂŒrger und sind daher zu respektieren. In beiden FĂ€llen muss die ĂŒbergeordnete Instanz ihre Verpflichtung erfĂŒllen, um einen Anspruch auf Gehorsam zu haben. Beim VerhĂ€ltnis zwischen Sokrates und den athenischen Gesetzen ist das trotz des Fehlurteils des Gerichts der Fall. Anderenfalls bestĂŒnde keine Pflicht zur Gesetzestreue.cite-ref-29[29]
Nach dem VerstĂ€ndnis von Richard Kraut fordern die Gesetze nur einen ernsthaften Versuch, die zustĂ€ndige Instanz zu ĂŒberzeugen. MissglĂŒckt dieser Versuch, so ist bĂŒrgerlicher Ungehorsam zulĂ€ssig.cite-ref-30[30] Dagegen wendet eine Reihe von Kritikerncite-ref-31[31] ein, dies lasse sich Platons Text nicht entnehmen, vielmehr werde bei einem Scheitern des Ăberzeugungsversuchs unbedingter Gesetzesgehorsam gefordert. Somit bestehe das Dilemma in voller SchĂ€rfe.
WĂ€hrend die âliberaleâ Auslegung der Stellungnahme der personifizierten Gesetze auf starke Bedenken gestoĂen ist, findet ein völlig anderer Lösungsweg, der von einem âautoritĂ€renâ Ausgangspunkt zu einem âliberalenâ Ergebnis fĂŒhrt, in der neueren Forschung viel Anklang. Die Vertreter dieses Ansatzes gehen davon aus, dass die Stellungnahme der Gesetze zwar im âautoritĂ€renâ Sinn zu verstehen ist, aber nicht oder nur teilweise mit Sokratesâ eigener Position ĂŒbereinstimmt. Demnach hĂ€lt Platons Sokrates zwar das Ergebnis der Argumentation, die er den Gesetzen in den Mund legt, hinsichtlich seines eigenen Falles fĂŒr richtig, aber seine Wertordnung unterscheidet sich von der ihren. Die generellen Forderungen der Gesetze und ihre âautoritĂ€renâ BegrĂŒndungen mĂŒssen nicht seiner und Platons eigener Sichtweise entsprechen. Nach der schwĂ€cheren Variante dieser Hypothese ist Sokrates zwar von der Argumentation der Gesetze beeindruckt, doch bedeutet das nicht, dass er sich mit allen ihren Ăberlegungen identifiziert und deren Konsequenzen bejaht. Nach der stĂ€rkeren Variante stimmt er den Gesetzen nur hinsichtlich des Ergebnisses â der Ablehnung der Flucht â zu, lehnt aber den Weg, auf dem sie zu dem Ergebnis gelangt sind, grundsĂ€tzlich ab; seine Zustimmung zum EthikverstĂ€ndnis der Gesetze ist nicht ernst gemeint, sondern ironisch.cite-ref-32[32]
Vertreter dieser Deutungsweise weisen darauf hin, dass Sokrates am Schluss des Dialogs die Wirkung, die das PlĂ€doyer der Gesetze auf ihn hat, mit der ekstatischen VerzĂŒckung vergleicht, die bei kultischen TĂ€nzen erzeugt wird. Das ist ein irrationaler Aspekt, der mit der philosophischen Forderung nach unbedingter Herrschaft der Vernunft kontrastiert. In Platons Werken erscheint Sokrates als Philosoph, der stets vernĂŒnftig handelt und mit seiner auĂergewöhnlichen Selbstbeherrschung Bewunderung erregt, zugleich aber auch als ein sehr starken Affekten ausgesetzter Mensch. Wesentlich ist dabei, dass die Vernunft immer die Kontrolle behĂ€lt und dass er WissensansprĂŒche, die auf einer irrationalen Grundlage erhoben werden, skeptisch beurteilt. Daher wird der Vergleich mit den von Begeisterung ergriffenen TĂ€nzern als Indiz dafĂŒr gewertet, dass zwischen den radikalen, suggestiven Forderungen der Gesetze und der philosophisch reflektierten Position des Sokrates ein Unterschied besteht. Demnach ist Sokratesâ Beschreibung seiner Ergriffenheit ironisch zu verstehen, so wie in der Apologie, seiner Verteidigungsrede vor Gericht, wo er zu Beginn ironisch behauptet, die Ăberredungskraft seiner AnklĂ€ger habe ihn fast dazu gebracht, sich selbst zu vergessen.cite-ref-33[33]
Die starke Variante der Interpretation, die den Standpunkt des Sokrates von dem der Gesetze unterscheidet, vertritt insbesondere Roslyn Weiss. Sie weist darauf hin, dass der im Dialog dargestellte Kriton zwar ein alter Freund des Sokrates ist und daher die sokratische Ethik gut kennen mĂŒsste, aber â wie seine Ăberlegungen und Reaktionen zeigen â als offensichtlich unphilosophischer Mensch auĂerstande ist, ihre Grundlagen zu verinnerlichen.cite-ref-34[34] Nach der Hypothese von Weiss ist dies der Grund dafĂŒr, dass Sokrates die Gesetze auftreten lĂ€sst und ihnen die Aufgabe ĂŒbertrĂ€gt, dem Freund im Rahmen von dessen VerstĂ€ndnishorizont â also âautoritĂ€râ â begreiflich zu machen, dass eine Flucht falsch wĂ€re. Ein Indiz hierfĂŒr sieht Weiss darin, dass Sokrates die Gesetze erst einfĂŒhrt, nachdem Kriton ihm gesagt hat, dass er der philosophischen Argumentation nicht folgen kann. Als weiteren Anhaltspunkt fĂŒhrt Weiss an, dass Sokrates die AusfĂŒhrungen zugunsten der Gesetzestreue als etwas bezeichnet, was ein Redner vortragen wĂŒrde. Dies drĂŒcke eine Distanzierung aus, da der platonische Sokrates generell die Rhetorik als unredliche, manipulative Art des Ăberzeugens ablehne.cite-ref-35[35]
Auch Thomas Alexander SzlezĂĄk betont, dass die BegrĂŒndung fĂŒr die Haltung des Sokrates, die dieser seinem unphilosophischen Freund gibt, nicht philosophisch anspruchsvoll, sondern emotional sei, denn sie orientiere sich zwangslĂ€ufig an Kritons Reflexionsniveau. Der fĂŒr Sokrates selbst maĂgebliche Gesichtspunkt sei nicht hier, sondern im Dialog Phaidon zu finden.cite-ref-36[36] AuffĂ€llig ist, dass Sokrates im Kriton das Wort âSeeleâ â einen zentralen Begriff seines Denkens â vermeidet und mit einer metaphysisch neutralen Umschreibung umgeht,cite-ref-37[37] offenbar weil â wie im Phaidon deutlich wird â Kriton die philosophische Annahme einer unsterblichen Seele nicht akzeptiert.cite-ref-38[38]
Anderer Meinung ist David Bostock. Er glaubt, das âautoritĂ€reâ Konzept, also ein ethisches Gebot absoluter Gesetzestreue, entspreche der Auffassung, die Platon dem Leser im Kriton nahebringen wolle. Erst in spĂ€teren Werken habe der Philosoph die Problematik dieser Position erkannt und seinen Standpunkt modifiziert.cite-ref-39[39] Auch eine Reihe weiterer Stimmen in der neueren Forschung halten an der traditionellen Auslegung fest, wonach die Position der Gesetze mit der des platonischen Sokrates zu identifizieren ist.cite-ref-40[40]
Kriton und Apologie â Gesetzestreue und ethische Autonomie
Ein in der Forschungsliteratur oft erörtertes Problem ist das VerhĂ€ltnis des Kriton zur Apologie, der von Platon als literarisches Werk gestalteten Verteidigungsrede, die Sokrates vor Gericht gehalten haben soll. In der Apologie erklĂ€rt Sokrates, dass er einem hypothetischen Gerichtsurteil, das ihn unter Androhung der Todesstrafe zum Verzicht auf öffentliches Philosophieren zwĂ€nge, nicht Folge leisten wĂŒrde, denn eine solche Unterlassung eines Dienstes an der Ăffentlichkeit wĂ€re fĂŒr ihn ein Unrecht.cite-ref-41[41] Hier haben manche Forscher einen Widerspruch zu Sokratesâ Haltung im Kriton gesehen und verschiedene ErklĂ€rungen fĂŒr die scheinbare oder tatsĂ€chliche Inkonsistenz vorgeschlagen.cite-ref-42[42] Eine der ErklĂ€rungen lautet, es liege keine wirkliche Inkonsistenz vor, da die beiden FĂ€lle â der reale im Kriton und der hypothetische in der Apologie â fundamental verschieden und nach verschiedenen Prinzipien zu beurteilen seien.cite-ref-43[43] Nach einem weiteren Lösungsvorschlag ist die Ăberlegung in der Apologie rein theoretischer Natur, da ein Philosophieverbot keine Rechtsgrundlage hĂ€tte und keine Situation vorstellbar ist, in der das Gericht tatsĂ€chlich Sokrates eine solche Strafe hĂ€tte auferlegen können, es sei denn, der Angeklagte hĂ€tte dies selbst vorgeschlagen.cite-ref-44[44] Dagegen wird allerdings eingewendet, es handle sich um ein Gedankenexperiment, das seinen Sinn verliere, wenn man davon ausgehe, dass der hypothetische Fall niemals eintreten könne.cite-ref-45[45] FĂŒr eine andere Lösung treten Mario Montuori und Giovanni Reale ein: Sie glauben, der Kriton sei erst lange nach der Apologie entstanden und die Unterschiede hingen mit dem groĂen zeitlichen Abstand der beiden Werke zusammen.cite-ref-46[46] Reale meint, in der Apologie â einem Jugendwerk â lasse Platon den historischen Sokrates zu Wort kommen, im Kriton stecke er selbst hinter der Maske des Sokrates.cite-ref-47[47] James Stephens nimmt einen nicht auflösbaren Widerspruch an.cite-ref-48[48]
Entstehungszeit und historischer Hintergrund
Die Echtheit des Kriton gilt als sicher; in der neueren Forschung hat nur Holger Thesleff Platons Autorschaft bezweifelt.cite-ref-49[49] Mitunter ist der Dialog in die NĂ€he der mittleren Schaffensperiode Platons gerĂŒckt oder dieser sogar zugezĂ€hlt worden,cite-ref-50[50] doch gewöhnlich wird er als FrĂŒhwerk betrachtet. Einige italienische Forscher plĂ€dieren fĂŒr eine SpĂ€tdatierung, sie weisen dem Kriton einen Platz unweit der spĂ€t entstandenen Nomoi zu.cite-ref-51[51] Vermutlich fĂ€llt seine Abfassung ungefĂ€hr in dieselbe Zeit wie die der inhaltlich verwandten Apologie, deren Datierung allerdings umstritten ist. Jedenfalls entstand der Kriton nach dem Tod des Sokrates, der im FrĂŒhjahr 399 v. Chr. hingerichtet wurde.cite-ref-52[52]
Es ist wohl eine historische Tatsache, dass Freunde des Philosophen einen Fluchtplan entworfen haben und dass er dieses Vorhaben abgelehnt hat, denn auch der Zeitgenosse Xenophon, ein SchĂŒler des Sokrates, berichtet davon.cite-ref-53[53] Unbekannt ist allerdings, inwieweit das theoretische Konzept, das im Kriton zur BegrĂŒndung der Entscheidung gegen den Plan vorgetragen wird, der Position des historischen Sokrates entspricht.cite-ref-54[54] Manche Philosophiehistoriker vermuten, dass die im Kriton dargestellte Sokratesfigur dem historischen Sokrates relativ nahesteht.cite-ref-55[55] William K. C. Guthrie hĂ€lt die Vertragstheorie fĂŒr einen Bestandteil der Philosophie des historischen Sokrates.cite-ref-56[56]
Rezeption
Antike und Mittelalter
In der Tetralogienordnung der Werke Platons, die anscheinend im 1. Jahrhundert v. Chr. eingefĂŒhrt wurde, gehört der Kriton zur ersten Tetralogie. Der Philosophiegeschichtsschreiber Diogenes Laertios zĂ€hlte ihn zu den âethischenâ Schriften und gab als Alternativtitel âĂber das, was getan werden mussâ an. Dabei berief er sich auf eine heute verlorene Schrift des Mittelplatonikers Thrasyllos.cite-ref-57[57]
In platonfeindlichen Kreisen fand der Kriton einen negativen Widerhall. Der Gelehrte Athenaios, der einer antiplatonischen Quelle Material entnahm, beschuldigte Platon, Kriton angegriffen zu haben.cite-ref-59[59] Damit bezog er sich offenbar auf den Umstand, dass Kriton im Dialog einen unvorteilhaften Eindruck macht, da er eine undurchdachte Position vertritt, zu deren Verteidigung er dann nichts vorzubringen weiĂ. Ein weiterer antiplatonischer Autor, der Epikureer Idomeneus von Lampsakos, behauptete, der Fluchtvorschlag stamme in Wirklichkeit nicht von Kriton, sondern von dem Sokratiker Aischines von Sphettos. Platon habe den wahren Urheber verschwiegen, da sein VerhĂ€ltnis zu ihm schlecht gewesen sei, und habe im Dialog Kriton die Rolle des Aischines zugewiesen.cite-ref-60[60]
Es ist kein antiker Textzeuge erhalten geblieben. Die Ă€lteste erhaltene mittelalterliche Kriton-Handschrift wurde im Jahr 895 im Byzantinischen Reich angefertigt.cite-ref-61[61] Bei den lateinischsprachigen Gelehrten des Westens war der Kriton im Mittelalter unbekannt; in der islamischen Welt hingegen existierte eine arabische Ăbersetzung.cite-ref-62[62]
FrĂŒhe Neuzeit
Im Westen wurde der Kriton im Zeitalter des Renaissance-Humanismus wiederentdeckt. Die erste lateinische Ăbersetzung fertigte der italienische Humanist und Staatsmann Leonardo Bruni im ersten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts an. Da er sie spĂ€ter unbefriedigend fand, erstellte er eine ĂŒberarbeitete Fassung, die er spĂ€testens 1427 abschloss. Beide Fassungen versah er mit Einleitungen. Ihm gefiel besonders die staatsphilosophische Argumentation der personifizierten Gesetze, die er fĂŒr seine eigene Schrift De militia verwertete. FĂŒr sein eigenes Verhalten im Dienst seines Vaterlandes â der Republik Florenz â berief er sich auf das Vorbild des im Kriton dargestellten Sokrates.cite-ref-63[63] Eine weitere lateinische Ăbersetzung stammt von Rinuccio da Castiglione; es handelt sich um eine Ăberarbeitung von Brunis erster Fassung.cite-ref-64[64] Der dritte humanistische Ăbersetzer des Dialogs war Marsilio Ficino. Er veröffentlichte seinen lateinischen Kriton 1484 in Florenz in der Gesamtausgabe seiner Platon-Ăbersetzungen.
Die Erstausgabe des griechischen Textes erschien im September 1513 in Venedig bei Aldo Manuzio in der von Markos Musuros herausgegebenen Gesamtausgabe der Werke Platons.
Der Philosoph David Hume (1711â1776) erwĂ€hnte die Vertragstheorie im Kriton als das einzige ihm bekannte antike Beispiel fĂŒr die Vorstellung eines der Regierung implizit gegebenen LoyalitĂ€tsversprechens der BĂŒrger. Hume war ein scharfer Gegner der neuzeitlichen Vertragstheorien. Er meinte, Platons Sokrates begrĂŒnde den Gesellschaftsvertrag in der Art der Whigs und ziehe daraus die Konsequenz eines passiven Gehorsams in der Art der Tories.cite-ref-65[65]
Moderne
Literarische Aspekte
Der einflussreiche Platon-Ăbersetzer Friedrich Schleiermacher schrieb zu seiner 1805 erschienenen Kriton-Ăbersetzung eine Einleitung, in der er die Meinung Ă€uĂerte, dieser Dialog sei wohl ânicht ein vom Platon eigentlich gebildetes Werkâ, sondern ein âwirklich so vorgefallenes GesprĂ€châ. Platon habe an dem ihm mitgeteilten GesprĂ€chsverlauf nur nebensĂ€chliche VerĂ€nderungen vorgenommen. Zwar sei âdie Idee im Ganzen schön und klar ausgefĂŒhrtâ, doch zeige sich im Einzelnen ein Mangel an Durchgestaltung, der nicht zu einer literarischen Fiktion passe.cite-ref-66[66]
Die literarische QualitĂ€t wird meist gĂŒnstig beurteilt. FĂŒr Paul Shorey und William K. C. Guthrie ist der Dialog ein Meisterwerk.cite-ref-67[67] Dieser Ansicht ist auch Thomas Alexander SzlezĂĄk: âSprache, Argumentation und Charakterdarstellung sind meisterhaft aufeinander abgestimmt.âcite-ref-68[68] Kurt Hildebrandt hebt die âStimmung groĂartiger Gelassenheitâ hervor.cite-ref-69[69] Franz von Kutschera urteilt, es sei ein sehr gut geschriebener Dialog, der sowohl durch die AtmosphĂ€re des GesprĂ€chs beeindrucke als auch durch die Haltung des Sokrates und âdie Konzeption eines philosophischen Lebens als ausschlieĂlicher und konsequenter Orientierung an VernunftgrĂŒndenâ.cite-ref-70[70] Luis Noussan-Lettry lobt die âVereinigung von spekulativer Tiefe und poetischer Gestaltungskraft in diesem Kunstwerk Platonsâ.cite-ref-71[71] Michael Erler findet den Kriton literarisch reizvoll.cite-ref-72[72]
Ernst Milobenski meint, der Kriton sei fĂŒr das Sokratesbild unentbehrlich, da er den Hauptzug dieses Bildes, die BewĂ€hrung der Lehre durch die Tat, in besonderer Klarheit zu Bewusstsein bringe.cite-ref-73[73]
Philosophische Aspekte
Der einflussreiche Philologe Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff fand im Kriton keinen philosophischen Gehalt. Der Dialog belehre nur âĂŒber die Pflicht des StaatsbĂŒrgers, aber auch das nicht abstrakt, sondern sokratisch, athenischâ.cite-ref-74[74] Sokrates werde als âpeinlich gehorsamer und pflichttreuer StaatsbĂŒrgerâ dargestellt; damit habe ihn Platon âbei den braven BĂŒrgern, die sich um Philosophie nicht kĂŒmmertenâ, rechtfertigen wollen.cite-ref-75[75] Auch in neuerer Fachliteratur wird die Ansicht vertreten, Platon sei es hier nicht darum gegangen, universelle GrundsĂ€tze philosophisch darzulegen und zu begrĂŒnden, sondern er habe nur seinen Lesern die persönliche Entscheidung des Sokrates verstĂ€ndlich machen wollen.cite-ref-76[76] Olof Gigon sieht in dem Dialog ein anspruchsloses, aber liebenswĂŒrdiges kleines Werk von philosophisch bescheidenem Gewicht.cite-ref-77[77] Ungeachtet solcher Urteile wird der Kriton aber in der philosophiegeschichtlichen und rechtsphilosophischen Forschung als Stellungnahme zu grundsĂ€tzlichen Fragen ernst genommen und lebhaft und kontrovers diskutiert. Reginald E. Allen hĂ€lt den Dialog fĂŒr eines der groĂen Meisterwerke der Rechtsphilosophie; dies könne man allerdings erst bei einem richtigen VerstĂ€ndnis des oft missverstandenen Werks erkennen.cite-ref-78[78] Luis Noussan-Lettry argumentiert in einer eingehenden Untersuchung gegen die Annahme, es handle sich um eine biographische, nicht philosophische Schrift.cite-ref-79[79]
Erst die intensiven Forschungsdiskussionen haben die Vertracktheit des scheinbar einfachen Textes ans Licht gebracht. Hellmut Flashar konstatiert, der Kriton sei nicht so einfach, wie er aussehe. Er sei kompliziert und mehrschichtig und berge erhebliche Schwierigkeiten.cite-ref-80[80]
In modernen ethischen und staatsphilosophischen Debatten spielt die Frage, wie weit die Gesetzestreue zu gehen hat und wie ein unbedingter Gesetzesgehorsam zu beurteilen ist, eine wichtige Rolle. Sie wird besonders in Zusammenhang mit dem zivilen Ungehorsam und der Problematik des Gewissensnotstands erörtert. Dabei nehmen vor allem Autoren im angelsĂ€chsischen Raum zustimmend oder ablehnend auf GedankengĂ€nge im Kriton Bezug.cite-ref-81[81] Allerdings wird in diesem Diskurs der antike Dialog im Licht moderner Fragestellungen betrachtet. Darin liegt die Gefahr, heutige politische Vorstellungen auf die Zeit Platons zu ĂŒbertragen.cite-ref-82[82]
Im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert war die âautoritĂ€reâ Interpretation der Stellungnahme der personifizierten Gesetze und des gesamten Dialogs die allgemein vorherrschende Betrachtungsweise und wurde kaum problematisiert. Es galt als selbstverstĂ€ndlich, dass Platon eine absolute Unterwerfung unter die geltenden Gesetze als heilige staatsbĂŒrgerliche Pflicht angesehen und keinerlei Ausnahmen in Betracht gezogen hat. Erst in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts begann eine intensive, weiterhin andauernde Debatte um alternative âliberaleâ ErklĂ€rungsmodelle.cite-ref-83[83]
Die QualitĂ€t der von den personifizierten Gesetzen vorgebrachten Argumente wird in der Forschungsliteratur sehr unterschiedlich eingeschĂ€tzt. Viele BefĂŒrworter einer âautoritĂ€renâ Interpretation gelangen zu einem ungĂŒnstigen oder sogar vernichtenden Urteil ĂŒber die AusfĂŒhrungen in diesem Teil des Werks. Diejenigen von ihnen, welche den Standpunkt der Gesetze mit dem Platons und seines Sokrates gleichsetzen, beurteilen daher auch den philosophischen Gehalt des gesamten Dialogs negativ. Sie halten die Forderung nach bedingungsloser Unterwerfung unter die Herrschaft der Gesetze fĂŒr schlecht begrĂŒndet und ethisch inakzeptabel. GerĂŒgt wird, die Argumentation sei ĂŒberzogen und appelliere an Emotionen; der Vergleich zwischen den Eltern und dem Staat, wonach man dem Staat noch mehr LoyalitĂ€t schulde als den Eltern, könne nicht einmal als Argument gelten. Die Gegenmeinung lautet, der Text sei sorgfĂ€ltig ausgearbeitet und wenn man die GedankengĂ€nge richtig verstehe, seien sie schlĂŒssig.cite-ref-84[84]
Romano Guardini hebt hervor, im Kriton dringe âdas philosophische Ur-Erlebnis der GĂŒltigkeitâ durch, wonach diese â in diesem Fall als ethische Norm â âaus sich heraus, unabhĂ€ngig von allen empirischen Bedingungenâ bestehe und als solche erkannt werden könne.cite-ref-85[85]
Karl Popper hĂ€lt den Kriton fĂŒr eine im Wesentlichen richtige Darstellung der Denkweise des historischen Sokrates. Vielleicht sei der Dialog sogar auf dessen Wunsch geschrieben worden. Zusammen mit der Apologie bilde er den letzten Willen des Philosophen. Als ĂŒberzeugter Demokrat habe Sokrates die Flucht abgelehnt, um seine Treue zum demokratischen Staat und dessen Gesetzen zu beweisen. Er habe nicht ins Exil gehen wollen, da man ihn sonst fĂŒr einen Gegner der Demokratie gehalten hĂ€tte und er damit der Staatsform, zu der er sich bekannt habe, geschadet hĂ€tte.cite-ref-86[86]
Peter Sloterdijk meint, der Kriton sei einer der âinitiatischen Texte der Philosophie schlechthinâ, mit denen Platon âeine neue Lebensform der Wahrheitssucheâ gestiftet habe. Kriton sei der Verteidiger des Diesseits gegen den machtvollen Todestrieb seines Meisters. Er spiele eine âhalb lĂ€cherliche, halb ergreifende Rolleâ. FĂŒr Sokrates sei das Leben nichts als ein Lehren, daher habe er konsequenterweise ânoch seinen letzten Atemzug in ein Argument und seine letzte Stunde in ein BeweisstĂŒck verwandeltâ.cite-ref-87[87]
Ausgaben und Ăbersetzungen
Kritische Ausgaben, teilweise mit Ăbersetzung
âą William S. M. Nicoll (Hrsg.): Kriton. In: Elizabeth A. Duke u. a. (Hrsg.): Platonis opera, Band 1, Oxford University Press, Oxford 1995, ISBN 0-19-814569-1, S. 65â84 (maĂgebliche kritische Edition).
âą Gunther Eigler (Hrsg.): Platon: Werke in acht BĂ€nden, Band 2, 5. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, ISBN 3-534-19095-5, S. 71â107 (Abdruck der kritischen Ausgabe von Maurice Croiset, 9. Auflage, Paris 1966, mit der deutschen Ăbersetzung von Friedrich Schleiermacher, 2., verbesserte Auflage, Berlin 1818).
Moderne Ăbersetzungen, teilweise mit unkritischen Ausgaben
âą Otto Apelt (Ăbersetzer): Platons Apologie des Sokrates und Kriton. In: Otto Apelt (Hrsg.): Platon: SĂ€mtliche Dialoge, Bd. 1, Meiner, Hamburg 2004, ISBN 3-7873-1156-4 (Ăbersetzung mit Einleitung und ErlĂ€uterungen; Nachdruck der 2., durchgesehenen Auflage, Leipzig 1922).
âą Wolfgang Bernard (Ăbersetzer): Platon: Kriton. Ăbersetzung und Kommentar (= Platon: Werke, hrsg. von Ernst Heitsch u. a., Bd. I 3). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-525-30436-5
âą Winfried Czapiewski (Ăbersetzer): Platon ĂŒber den Tod des Sokrates. Vier Schriften Platons zu Person und Tod des Sokrates: Euthyphron, Apologie, Kriton, Phaidon. Laufen, Oberhausen 2018, ISBN 978-3-87468-378-4.
âą Manfred Fuhrmann (Ăbersetzer): Platon: Apologie des Sokrates, Kriton. Reclam, Stuttgart 1988, ISBN 3-15-000895-6 (mit Nachwort).
âą Kurt Hildebrandt (Ăbersetzer): Platon: Apologie, Kriton. Reclam, Stuttgart 1984, ISBN 3-15-000-895-6.
âą Rudolf Rufener (Ăbersetzer): Platon: Die Werke des Aufstiegs (= JubilĂ€umsausgabe sĂ€mtlicher Werke, Bd. 2). Artemis, ZĂŒrich/MĂŒnchen 1974, ISBN 3-7608-3640-2, S. 249â268 (mit Einleitung von Olof Gigon S. 75â87).
âą Friedrich Schleiermacher (Ăbersetzer): Kriton. In: Erich Loewenthal (Hrsg.): Platon: SĂ€mtliche Werke in drei BĂ€nden, Bd. 1, unverĂ€nderter Nachdruck der 8., durchgesehenen Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004, ISBN 3-534-17918-8, S. 37â54.
Lateinische Ăbersetzungen (15. Jahrhundert)
âą Ernesto Berti, Antonella Carosini (Hrsg.): Il Critone latino di Leonardo Bruni e di Rinuccio Aretino. Olschki, Florenz 1983, ISBN 88-222-3127-9 (kritische Edition).
Literatur
Ăbersichtsdarstellung
âą Michael Erler: Platon (= Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie der Antike, hrsg. von Hellmut Flashar, Band 2/2). Schwabe, Basel 2007, ISBN 978-3-7965-2237-6, S. 116â120, 589â591.
Kommentare
âą Wolfgang Bernard: Platon: Kriton. Ăbersetzung und Kommentar (= Platon: Werke, hrsg. von Ernst Heitsch u. a., Bd. I 3). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-525-30436-5
âą Chris Emlyn-Jones (Hrsg.): Plato: Crito. Edited with Introduction, Commentary and Vocabulary. Bristol Classical Press, London 1999, ISBN 1-85399-469-3 (der griechische Text ist Nachdruck der Edition von James Adam [2. Auflage 1891] ohne kritischen Apparat).
Untersuchungen
âą Necip Fikri Alican: Rethinking Plato. A Cartesian Quest for the Real Plato. Rodopi, Amsterdam/New York 2012, ISBN 978-90-420-3537-9, S. 330â388.
âą Sandrine Berges: Plato on Virtue and the Law. Continuum, London/New York 2009, S. 30â51.
âą Hellmut Flashar: Ăberlegungen zum platonischen Kriton. In: Hans-Christian GĂŒnther, Antonios Rengakos (Hrsg.): BeitrĂ€ge zur antiken Philosophie. Festschrift fĂŒr Wolfgang Kullmann. Franz Steiner, Stuttgart 1997, ISBN 3-515-06619-5, S. 51â58.
âą Rachana Kamtekar (Hrsg.): Platoâs Euthyphro, Apology, and Crito. Critical Essays. Rowman & Littlefield, Lanham 2005, ISBN 0-7425-3324-7, S. 163â259 (vier AufsĂ€tze).
âą Michael C. Stokes: Dialectic in Action. An Examination of Platoâs Crito. The Classical Press of Wales, Swansea 2005, ISBN 0-9543845-9-8.
âą Peter Unruh: Sokrates und die Pflicht zum Rechtsgehorsam. Eine Analyse von Platons âKritonâ. Nomos, Baden-Baden 2000, ISBN 3-7890-6854-3.
âą Roslyn Weiss: Socrates Dissatisfied. An Analysis of Platoâs Crito. Oxford University Press, New York/Oxford 1998, ISBN 0-19-511684-4.
Weblinks
âą Kriton, griechischer Text nach der Ausgabe von John Burnet (1900)
âą Kriton, griechischer Text mit deutscher Ăbersetzung nach Ludwig von Georgii (1859), neu bearbeitet
âą Kriton, deutsche Ăbersetzung von Friedrich Schleiermacher (1805)
âą Kriton, deutsche Ăbersetzung nach Friedrich Schleiermacher, bearbeitet
âą Kriton, Ăbersetzung von Friedrich Schleiermacher als Hörbuch
Anmerkungen
cite-note-11. â Necip Fikri Alican: Rethinking Plato, Amsterdam 2012, S. 333. Vgl. Luc Brisson: Platon: Apologie de Socrate, Criton, 2. Auflage, Paris 1997, S. 176 Anm. 1.
cite-note-22. â Siehe zu dieser Problematik Necip Fikri Alican: Rethinking Plato, Amsterdam 2012, S. 337â339.
cite-note-33. â Platon, Apologie 38b.
cite-note-44. â Platon, Phaidon 115d.
cite-note-55. â Zum historischen Kriton siehe Debra Nails: The People of Plato. A Prosopography of Plato and Other Socratics, Indianapolis 2002, S. 114â116; Michael Erler: Platon, Basel 2007, S. 117; Luc Brisson: Criton dâAlopĂ©kĂš. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques, Bd. 2, Paris 1994, S. 522â526; John K. Davies: Athenian Propertied Families, 600â300 B.C. Oxford 1971, S. 336f.
cite-note-66. â Siehe zur Gestalt des Kriton in Platons Werken Martin J. Plax: Crito in Platoâs Euthydemus: The Lover of Family and of Money. In: Polis. The Journal of the Society for the Study of Greek Political Thought 17, 2000, S. 35â59; Michael C. Stokes: Dialectic in Action, Swansea 2005, S. 23â35; Peter Unruh: Sokrates und die Pflicht zum Rechtsgehorsam, Baden-Baden 2000, S. 59â63.
cite-note-77. â Dies wird oft als Bestechung aufgefasst, kann aber eine legale Ermessensentscheidung des WĂ€rters gewesen sein; siehe Michael C. Stokes: Dialectic in Action, Swansea 2005, S. 24f.
cite-note-88. â Platon, Kriton 43aâb.
cite-note-99. â Platon, Kriton 43câ45c.
cite-note-1010. â Platon, Kriton 44bâ46a.
cite-note-1111. â Platon, Kriton 48dâ49a.
cite-note-1212. â Platon, Kriton 46bâ47d.
cite-note-1313. â Platon, Kriton 47dâ48c.
cite-note-1414. â Platon, Kriton 48câd.
cite-note-1515. â Platon, Kriton 49aâe. Siehe dazu Gregory Vlastos: Socrates. Ironist and moral philosopher, Cambridge 1991, S. 212f.
cite-note-1616. â Platon, Kriton 49eâ50a.
cite-note-1717. â Platon, Kriton 50aâc.
cite-note-1818. â Vgl. Platon, Apologie 37câ38a.
cite-note-1919. â Platon, Kriton 50câ53a.
cite-note-2020. â Platon, Kriton 53aâ54b.
cite-note-2121. â Platon, Kriton 54bâd.
cite-note-2222. â Platon, Kriton 54d.
cite-note-2323. â Michael Erler: Platon, Basel 2007, S. 118.
cite-note-2424. â Peter Unruh: Sokrates und die Pflicht zum Rechtsgehorsam, Baden-Baden 2000, S. 139f.
cite-note-2525. â Platon, Kriton 51d.
cite-note-2626. â Siehe dazu Richard Kraut: Dokimasia, Satisfaction, and Agreement. In: Rachana Kamtekar (Hrsg.): Platoâs Euthyphro, Apology, and Crito, Lanham 2005, S. 175â209, hier: 177â181.
cite-note-2727. â Richard Kraut: Dokimasia, Satisfaction, and Agreement. In: Rachana Kamtekar (Hrsg.): Platoâs Euthyphro, Apology, and Crito, Lanham 2005, S. 175â209, hier: 186.
cite-note-2828. â Klaus Döring: Rezension von Richard Kraut: Socrates and the State. In: Gnomon 58, 1986, S. 206â212, hier: 206f.; Michael Erler: Platon, Basel 2007, S. 119; Reginald E. Allen: Socrates and Legal Obligation, Minneapolis 1980, S. 105â113; Robert J. McLaughlin: Socrates on Political Disobedience. In: Phronesis 21, 1976, S. 185â197; Peter Unruh: Sokrates und die Pflicht zum Rechtsgehorsam, Baden-Baden 2000, S. 179â194.
cite-note-2929. â Sandrine Berges: Plato on Virtue and the Law, London 2009, S. 30â48.
cite-note-3030. â Richard Kraut: Socrates and the State, Princeton 1984, S. 5f., 54â90, 108â110.
cite-note-3131. â Beispielsweise Klaus Döring: Rezension von Richard Kraut: Socrates and the State. In: Gnomon 58, 1986, S. 206â212, hier: 206â209 und Terry Penner: Two notes on the Crito: the impotence of the many, and âpersuade or obeyâ. In: The Classical Quarterly 47, 1997, S. 153â166, hier: 155â166. Vgl. die kritische Stellungnahme von Clifford Orwin: Liberalizing the Crito: Richard Kraut on Socrates and the State. In: Charles L. Griswold (Hrsg.): Platonic Writings, Platonic Readings, New York 1988, S. 171â176 (anschlieĂend S. 177â182 Antwort von Kraut) sowie Anthony D. Woozley: Law and Obedience: The Arguments of Platoâs Crito, London 1979, S. 56â61; Charles H. Kahn: Problems in the Argument of Platoâs Crito. In: Apeiron 22, 1989, S. 29â43, hier: S. 40 Anm. 14.
cite-note-3232. â David Gallop: Socrates, Injustice, and the Law: A Response to Platoâs Crito. In: Ancient Philosophy 18, 1998, S. 251â265, hier: 252â257, 263; Verity Harte: Conflicting Values in Platoâs Crito. In: Rachana Kamtekar (Hrsg.): Platoâs Euthyphro, Apology, and Crito, Lanham 2005, S. 229â259; Gary Young: Socrates and Obedience. In: Phronesis 19, 1974, S. 1â29; Mitchell Miller: âThe Arguments I Seem To Hearâ: Argument and Irony in the Crito. In: Phronesis 41, 1996, S. 121â137; Kenneth Quandt: Socratic Consolation: Rhetoric and Philosophy in Platoâs Crito. In: Philosophy and Rhetoric 15, 1982, S. 238â256; Russell Bentley: Responding to Crito: Socrates and Political Obligation. In: History of Political Thought 17, 1996, S. 1â20. Vgl. Leo Strauss: Studies in Platonic Political Philosophy, Chicago 1983, S. 60â66; Roslyn Weiss: Socrates Dissatisfied, New York/Oxford 1998, S. 39â160; Necip Fikri Alican: Rethinking Plato, Amsterdam 2012, S. 383â385; Hunter Brown: The Structure of Platoâs Crito. In: Apeiron 25, 1992, S. 67â82, hier: 76â80. Skeptisch ist Michael C. Stokes: Dialectic in Action, Swansea 2005, S. 17, 197; er hĂ€lt allenfalls eine sehr schwache Variante der Unterscheidung zwischen der Position des Sokrates und derjenigen der Gesetze fĂŒr akzeptabel.
cite-note-3333. â Verity Harte: Conflicting Values in Platoâs Crito. In: Rachana Kamtekar (Hrsg.): Platoâs Euthyphro, Apology, and Crito, Lanham 2005, S. 229â259, hier: 230f.; Christopher Bruell: On the Socratic Education, Lanham 1999, S. 212f.; Necip Fikri Alican: Rethinking Plato, Amsterdam 2012, S. 360; Roslyn Weiss: Socrates Dissatisfied, New York/Oxford 1998, S. 134â140. Vgl. aber die Kritik von Michael C. Stokes: Dialectic in Action, Swansea 2005, S. 187â194.
cite-note-3434. â Roslyn Weiss: Socrates Dissatisfied, New York/Oxford 1998, S. 39â56.
cite-note-3535. â Roslyn Weiss: Socrates Dissatisfied, New York/Oxford 1998, S. 84â95, 146â160. FĂŒr eine solche Interpretation plĂ€dieren auch Elinor J. M. West: Socrates in the Crito: Patriot or Friend? In: John Anton, Anthony Preus (Hrsg.): Essays in Ancient Greek Philosophy, Bd. 3, Albany 1989, S. 71â83, James A. Colaiaco: Socrates against Athens, New York 2001, S. 199â210 und Melissa Lane: Argument and Agreement in Platoâs Crito. In: History of Political Thought 19, 1998, S. 313â330. Vgl. aber die Kritik von Tania L. Gergel: Rhetoric and Reason: Structures of Argument in Platoâs Crito. In: Ancient Philosophy 20, 2000, S. 289â310 und Gabriel Danzig: Crito and the Socratic Controversy. In: Polis. The Journal of the Society for the Study of Greek Political Thought 23, 2006, S. 21â45, hier: 42f.
cite-note-3636. â Thomas Alexander SzlezĂĄk: Platon und die Schriftlichkeit der Philosophie, Berlin 1985, S. 239â241. Vgl. Dougal Blyth: What in Platoâs Crito is Benefited by Justice and Harmed by Injustice? In: Eugenio Benitez (Hrsg.): Dialogues with Plato, Edmonton 1996, S. 1â19.
cite-note-3737. â Leo Strauss: Studies in Platonic Political Philosophy, Chicago 1983, S. 58.
cite-note-3838. â Thomas Alexander SzlezĂĄk: Platon und die Schriftlichkeit der Philosophie, Berlin 1985, S. 239.
cite-note-3939. â David Bostock: The Interpretation of Platoâs Crito. In: Rachana Kamtekar (Hrsg.): Platoâs Euthyphro, Apology, and Crito, Lanham 2005, S. 210â228.
cite-note-4040. â Beispielsweise Luc Brisson: Platon: Apologie de Socrate, Criton, 2. Auflage, Paris 1997, S. 194â196; Dougal Blyth: Platoâs Crito and the Common Good. In: Ancient Philosophy 15, 1995, S. 45â68; Rex Martin: Socrates on Disobedience to Law. In: The Review of Metaphysics 24, 1970/71, S. 21â38; Gerasimos X. Santas: Socrates, London 1979, S. 14â29; Ernst Heitsch: Platon und die AnfĂ€nge seines dialektischen Philosophierens, Göttingen 2004, S. 187f.; Ronald Polansky: The Unity of Platoâs Crito. In: Scholia 6, 1997, S. 49â67; Peter Unruh: Sokrates und die Pflicht zum Rechtsgehorsam, Baden-Baden 2000, S. 96â103.
cite-note-4141. â Platon, Apologie 29câ30c.
cite-note-4242. â Siehe die Ăbersicht bei Thomas C. Brickhouse, Nicholas D. Smith: Socrates and Obedience to the Law. In: Rachana Kamtekar (Hrsg.): Platoâs Euthyphro, Apology, and Crito, Lanham 2005, S. 163â174, hier: S. 163f. und Anm. 2â4. Vgl. Gary Young: Socrates and Obedience. In: Phronesis 19, 1974, S. 1â29, hier: 1â4; Mike Dyson: The Structure of the Lawsâ Speech in Platoâs Crito. In: The Classical Quarterly 28, 1978, S. 427â436, hier: 435f.
cite-note-4343. â Gerasimos X. Santas: Socrates, London 1979, S. 43â54.
cite-note-4444. â Thomas C. Brickhouse, Nicholas D. Smith: Socrates and Obedience to the Law. In: Rachana Kamtekar (Hrsg.): Platoâs Euthyphro, Apology, and Crito, Lanham 2005, S. 163â174, hier: 165â169 (Erstveröffentlichung 1984). Vgl. aber die Gegenmeinung von Richard Kraut: Socrates and the State, Princeton 1984, S. 13â17 und zu weiteren AusfĂŒhrungen im Aufsatz von Brickhouse und Smith die Gegenargumentation von Darrel D. Colson: On Appealing to Athenian Law to Justify Socratesâ Disobedience. In: Apeiron 19, 1985, S. 133â151.
cite-note-4545. â Necip Fikri Alican: Rethinking Plato, Amsterdam 2012, S. 377.
cite-note-4646. â Mario Montuori: Per una nuova interpretazione del âCritoneâ di Platone, 2. Auflage, Milano 1998, S. 19â24; Giovanni Reale (Hrsg.): Platone: Critone, Milano 2000, S. 14, 54â59.
cite-note-4747. â Giovanni Reale (Hrsg.): Platone: Critone, Milano 2000, S. 14.
cite-note-4848. â James Stephens: Socrates on the Rule of Law. In: History of Philosophy Quarterly 2, 1985, S. 3â10.
cite-note-4949. â Holger Thesleff: Platonic Patterns, Las Vegas 2009, S. 355â357. Vgl. Michael Erler: Platon, Basel 2007, S. 116f.
cite-note-5050. â Eugen Dönt: Pindar und Platon. Zur Interpretation des Kriton. In: Wiener Studien 83 (= Neue Folge 4), 1970, S. 52â65, hier: 60; Olof Gigon: Einleitung. In: Platon: Die Werke des Aufstiegs (= JubilĂ€umsausgabe sĂ€mtlicher Werke, Bd. 2), ZĂŒrich/MĂŒnchen 1974, S. 75â87, hier: 86.
cite-note-5151. â Giovanni Reale (Hrsg.): Platone: Critone, Milano 2000, S. 54â59; Mario Montuori: Per una nuova interpretazione del âCritoneâ di Platone, 2. Auflage, Milano 1998, S. 5â86. Vgl. aber die Verteidigung der FrĂŒhdatierung bei Michael C. Stokes: Dialectic in Action, Swansea 2005, S. 212 Anm. 20.
cite-note-5252. â Michael Erler: Platon, Basel 2007, S. 116. Vgl. Gerard R. Ledger: Re-counting Plato. A Computer Analysis of Platoâs Style, Oxford 1989, S. 222â224.
cite-note-5353. â Xenophon, Apologie des Sokrates 23.
cite-note-5454. â Michael Erler: Platon, Basel 2007, S. 118.
cite-note-5555. â Klaus Döring: Rezension von Richard Kraut: Socrates and the State. In: Gnomon 58, 1986, S. 206â212, hier: 211; Reginald E. Allen: Socrates and Legal Obligation, Minneapolis 1980, S. 66; Anthony D. Woozley: Law and Obedience: The Arguments of Platoâs Crito, London 1979, S. 1â3, 5.
cite-note-5656. â William K. C. Guthrie: A History of Greek Philosophy, Bd. 3, Cambridge 1969, S. 143.
cite-note-5757. â Diogenes Laertios 3,57f.
cite-note-5858. â Cicero, De re publica 1,8.
cite-note-5959. â Athenaios 11,505d.
cite-note-6060. â Diogenes Laertios 2,60 und 3,36. Siehe dazu Heinrich Dörrie, Matthias Baltes: Der Platonismus in der Antike, Bd. 2, Stuttgart-Bad Cannstatt 1990, S. 12f., 237, Alice Swift Riginos: Platonica, Leiden 1976, S. 96f. und Michael Erler: Idomeneus. In: Die hellenistische Philosophie (= Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie der Antike, hrsg. von Hellmut Flashar, Band 4/1), Basel 1994, S. 244â246, hier: 246. Vgl. Michael Erler: Platon, Basel 2007, S. 120; dort zieht Erler die Möglichkeit in Betracht, dass diese Behauptung nicht von dem Epikureer Idomeneus, sondern von einem gleichnamigen Geschichtsschreiber stammt.
cite-note-6161. â Oxford, Bodleian Library, Clarke 39 (= âCodex Bâ der Platon-TextĂŒberlieferung).
cite-note-6262. â Raymond Klibansky: The Continuity of the Platonic Tradition during the Middle Ages, Teil 1, London 1939, S. 14.
cite-note-6363. â Zu Brunis lateinischem Kriton siehe James Hankins: Plato in the Italian Renaissance, 3. Auflage, Leiden 1994, S. 51â53, 66f., 73f., 379â387, 505 und Ernesto Berti, Antonella Carosini (Hrsg.): Il Critone latino di Leonardo Bruni e di Rinuccio Aretino, Florenz 1983, S. 15â38, 91â110, 151â163.
cite-note-6464. â James Hankins: Plato in the Italian Renaissance, 3. Auflage, Leiden 1994, S. 86â88, 379.
cite-note-6565. â David Hume: Of the Original Contract. In: Thomas Hill Green, Thomas Hodge Grose (Hrsg.): David Hume: The Philosophical Works, Bd. 3, Aalen 1964 (Nachdruck der Ausgabe London 1882), S. 443â460, hier: 460.
cite-note-6666. â Friedrich Schleiermacher: Des Sokrates Verteidigung. Einleitung. In: Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher: Ăber die Philosophie Platons, hrsg. von Peter M. Steiner, Hamburg 1996, S. 153â156.
cite-note-6767. â Paul Shorey: What Plato said, Chicago 1933, S. 84; William K. C. Guthrie: A History of Greek Philosophy, Bd. 4, Cambridge 1975, S. 94, 97.
cite-note-6868. â Thomas Alexander SzlezĂĄk: EinfĂŒhrung. In: Rudolf Rufener (Ăbersetzer): Platon: Apologie, Kriton, Phaidon, DĂŒsseldorf 2004, S. 169â214, hier: 210.
cite-note-6969. â Kurt Hildebrandt: Platon: Apologie, Kriton, Stuttgart 1984, S. 12.
cite-note-7070. â Franz von Kutschera: Platons Philosophie, Bd. 1, Paderborn 2002, S. 91.
cite-note-7171. â Luis Noussan-Lettry: Spekulatives Denken in Platons FrĂŒhschriften, Freiburg/MĂŒnchen 1974, S. 218.
cite-note-7272. â Michael Erler: Platon, Basel 2007, S. 119.
cite-note-7474. â Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff: Platon. Beilagen und Textkritik, 4. Auflage, Dublin/ZĂŒrich 1969 (1. Auflage Berlin 1919), S. 56.
cite-note-7575. â Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff: Platon. Sein Leben und seine Werke, 5. Auflage, Berlin 1959 (1. Auflage Berlin 1919), S. 138.
cite-note-7676. â Gabriel Danzig: Crito and the Socratic Controversy. In: Polis. The Journal of the Society for the Study of Greek Political Thought 23, 2006, S. 21â45.
cite-note-7777. â Olof Gigon: Einleitung. In: Platon: Die Werke des Aufstiegs (= JubilĂ€umsausgabe sĂ€mtlicher Werke, Bd. 2), ZĂŒrich/MĂŒnchen 1974, S. 75â87, hier: 75.
cite-note-7878. â Reginald E. Allen: Socrates and Legal Obligation, Minneapolis 1980, S. X. In diesem Sinne Ă€uĂert sich auch Peter Unruh: Sokrates und die Pflicht zum Rechtsgehorsam, Baden-Baden 2000, S. 195f.
cite-note-7979. â Luis Noussan-Lettry: Spekulatives Denken in Platons FrĂŒhschriften, Freiburg/MĂŒnchen 1974, S. 123ff.
cite-note-8080. â Hellmut Flashar: Ăberlegungen zum platonischen Kriton. In: Hans-Christian GĂŒnther, Antonios Rengakos (Hrsg.): BeitrĂ€ge zur antiken Philosophie, Stuttgart 1997, S. 51â58, hier: 51, 58. In diesem Sinne Ă€uĂert sich auch Giovanni Reale (Hrsg.): Platone: Critone, Milano 2000, S. 13.
cite-note-8181. â Zum Zusammenhang dieser Kriton-Rezeption mit modernen Problemen siehe Elinor J. M. West: Socrates in the Crito: Patriot or Friend? In: John Anton, Anthony Preus (Hrsg.): Essays in Ancient Greek Philosophy, Bd. 3, Albany 1989, S. 71â83, hier: 71; Rex Martin: Socrates on Disobedience to Law. In: The Review of Metaphysics 24, 1970/71, S. 21â38, hier: 21, 38; Ann Congleton: Two Kinds of Lawlessness. In: Political Theory 2, 1974, S. 432â446, hier: 433f.
cite-note-8282. â Michael Erler: Platon, Basel 2007, S. 119; Hellmut Flashar: Ăberlegungen zum platonischen Kriton. In: Hans-Christian GĂŒnther, Antonios Rengakos (Hrsg.): BeitrĂ€ge zur antiken Philosophie, Stuttgart 1997, S. 51â58, hier: 53f.
cite-note-8383. â Necip Fikri Alican: Rethinking Plato, Amsterdam 2012, S. 373â375.
cite-note-8484. â Richard Kraut: Socrates and the State, Princeton 1984, S. 6f.; James Boyd White: Platoâs Crito: The Authority of Law and Philosophy. In: Robert B. Louden, Paul Schollmeier (Hrsg.): The Greeks and Us, Chicago/London 1996, S. 97â133, hier: 97â99 (und S. 134â138 die Stellungnahme von Charles M. Gray); Donald F. Dreisbach: Agreement and Obligation in the Crito. In: The New Scholasticism 52, 1978, S. 168â186; Sandrine Berges: Plato on Virtue and the Law, London 2009, S. 30â51; Anthony D. Woozley: Law and Obedience: The Arguments of Platoâs Crito, London 1979, S. 6â140; Roslyn Weiss: Socrates Dissatisfied, New York/Oxford 1998, S. 96â133; Charles H. Kahn: Problems in the Argument of Platoâs Crito. In: Apeiron 22, 1989, S. 29â43, hier: 34â40; Peter Unruh: Sokrates und die Pflicht zum Rechtsgehorsam, Baden-Baden 2000, S. 126â131, 148â152.
cite-note-8585. â Romano Guardini: Der Tod des Sokrates, 5. Auflage, Mainz/Paderborn 1987, S. 129.
cite-note-8686. â Karl Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Bd. 1, 7. Auflage, TĂŒbingen 1992, S. 230f., 392.
cite-note-8787. â Peter Sloterdijk: Weltfremdheit, Frankfurt am Main 1993, S. 172, 201â206.